Cellular Arduino Sourcecode

Für alle, die sich vielleicht den Sourcecode meiner ersten Klangexperimente mit dem Arduino (Cellular Arduino) anschauen möchten, habe ich ihn hier bereitgestellt. Der Quelltext ist etwas provisorisch, da ich erst angefangen habe, mit dem Arduino zu experimentieren.

Cellular Arduino

Mein erster Versuch, mittels eines eigenständigen Minicomputers namens Arduino Klänge zu erzeugen, hat folgendes Ergebnis:

Der Arduino steuert 5 Lautsprecher an, jeder Lautsprecher spielt genau einen Ton einer festgelegten Frequenz. Die zeitliche Tonabfolge wird per Software durch einen Zellulären Automaten gesteuert. Mein Ziel ist es, mit dem Arduino eine interaktive Klangskulptur zu bauen, die nicht auf einen zu viel Platz benötigenden PC angewiesen ist.

Cellular Music

Das audio-visuelle Werk Cellular Music ist im Bereich der algorithmischen Computerkomposition anzusiedeln. Durch Zelluläre Automaten berechnete Raum-Zeit-Muster wurden mit Hilfe der Programmiersprache Processing in Klänge und Bilder gewandelt. Innerhalb dieses Experiments wurde nur die Anfangskonfiguration des Automaten vorgegeben, die zeitliche Entwicklung und damit die Komposition des Werks bestimmte nur der Algorithmus des Zellulären Automaten. Auch hier soll ein intuitiver Zugang zu rationalen Konzepten geschaffen werden.

Audio-Ausschnitt aus dem Werk:

Fractal Forest

Die Bilderreihe Fractal Forest zeigt eine dreidimensionale Darstellung eines Fraktals aus unterschiedlichen Perspektiven. Der aus der fraktalen Geometrie stammende Mandelbrotbaum wurde durch ein Computerprogramm zweidimensional berechnet und durch eine Farb-Höhentransformation in ein dreidimensionales Modell gewandelt. Die Intention dieser Reihe besteht darin, einen intuitiven Zugang zu scheinbar rein rationalen Denkmodellen zu erschließen.

Ausstellung im Pengland Mainz

Vom 6.-13.10.2007 zeige ich meine Werke Cellular Music und Fractal Forest im Rahmen einer gemeinsamen Ausstellung mit Christoph. Ausstellungsort ist das Pengland in Mainz, Fotos finden sich auf Christophs Website.

Pressestimmen zur Ausstellung

Allgemeine Zeitung Mainz
Vereinbarung von Ratio und Emotio
10.10.2007

lew. Rationalität und Emotion werden in unserer Gesellschaft von den meisten Menschen als Gegensätze begriffen. Die Künstler Christoph Nuehlen (32) und Remon (35) hinterfragen den Anspruch des 21. Jahrhunderts, alles rein rational zu sehen. Mit der aktuellen Ausstellung in der Peng-Galerie gewähren sie Einblick in ihre Weltanschauung und zeigen, dass Ratio und Emotion untrennbar miteinander verbunden sind.
Christoph Nuehlen lenkt mit Malerei, Fotografie und Videokunst den Fokus auf das Intuitive. In seinen Fotografien konzentriert er sich auf das Detail. Mit seiner Fotoreihe L’amour 2022? zeigt er, wie gefühlskalt zwischenmenschliche Beziehungen in der Zukunft aussehen könnten, das Motiv ist der Belüftungsschacht eines Computers. In seiner Collage ‘08/15 Little Boy’ beschäftigt er sich mit dem Angriff auf Hiroshima. Die Atombombe, die um 8.15 Uhr abgeworfen wurde, wurde von den Soldaten zynischerweise ‘Little Boy’ genannt. Die Collage zeigt neben Opfern, wie missgebildeten Kindern, unter anderem auch Originalbriefe. In seinen Arbeiten konzentriert er sich auf Grautöne und dunkle, trübe, verwaschene Farben oder helle Pastelltöne.
Die Bilder und Videos regen zum Nachdenken an. In Remons Videoinstallation ‘Cellular Music’ ziehen Klänge den Betrachter in seinen Bann. Die Intention seiner Arbeiten ist ein emotionaler Zugang zu rationalem Denken.
‘Sonnenaufgang fürs Abendland’ ist der Titel ihrer Ausstellung. Der Sonnenaufgang symbolisiert dabei die Bereitschaft, Emotion in der abendländischen Industriegesellschaft zuzulassen.

Die Ausstellung ist bis Samstag, 13. Oktober, 17 bis 20 Uhr, im ‘Pengland’, Reichklarastraße 2-4, zu sehen. Am Samstag endet der ‘Sonnenaufgang fürs Abendland’ mit einer Finissage um 19 Uhr.

Rhein-Zeitung Mainz
Kreative Denkanstöße gegen die allzu glatte Oberfläche
8.10.2007

Christoph Nuehlen und Remon präsentieren ihre Werke im ‘Pengland’

MAINZ. Mit ihrem ‘Sonnenaufgang fürs Abendland’ setzen Christoph Nuehlen und Remon im ‘Pengland’ neue Licht- und Denkimpulse. In ihrer Ausstellung durchleuchten sie das aktuelle ästhetische Empfinden, dem für sie häufig nur noch nahtlos blank polierte und glatte Oberflächenmerkmale entsprechen. Dabei ist Kunst eine Form der Kommunikation, und es sollte der Rede wert sein, was man in ihr äußert, sagt Nuehlen.
Warum ist zum Beispiel auf seiner mit 08/15 Little Boy betitelten Decollage aus Fotos, Materialrelief und Briefen von Piloten ein deformierter Fötus zu sehen? Weil auf ihr der Abwurf der beängstigend liebevoll Little Boy genannten Bombe auf Hiroshima am 6. August 1945 um 8.15 Uhr thematisiert wird. Sie sorgte dafür, dass viele kleine Jungen dort bis heute eben nicht als 08/15-Kinder auf die Welt kommen.
In seinem Memento Mori dekonstruiert er dann den Schrecken des Todes. Den Schädel auf dem mit Acrylfarben und Edding gemalten Gemälde schmückt unter anderem eine Blume und in seinem Kopf findet gerade eine Explosion statt, die Nuehlen als Urknall des Bewußtseins bezeichnet. Schließlich geht mit der Vergegenwärtigung der Endlichkeit auch eine erhöhte Sensibilität für den Wert des Lebens einher. So wird Nuehlens Bild ein Bewusstseins forderndes Gegenmodel zum todesblinden Vorwärtsstreben unserer Zeit.
Auch Remons Werke dekonstruieren eine verbreitete Einstellung, nämlich die, dass Mathematik immer kalt und abstrakt sein muss. In seinem audiovisuellen Werk Cellular Music ließ er durch zelluläre Automaten berechnete Raum-Zeit-Muster durch eine Programmiersprache in Klänge und Bilder wandeln. Das Ergebnis: fließende Grafik und ein fast sakraler Tonteppich. Auch seinem Fractal Forest liegt ein mathematisches Modell zugrunde, der Mandelbrotbaum. Den ließ Remon vom elektrischen Zauberkasten zu einem waldartigen Gebilde wandeln, dessen nadelartige Bäume unheimliche Schatten werfen. Die Mathematik stellt sich für Remon so als märchenhaft mystisch und träumerisch dar. Nele Schüller

Die Ausstellung im Pengland, Reichklarastraße 2-4, ist bis Samstag, 13. Oktober, täglich von 17 bis 20 Uhr geöffnet.